Unsere Schule, unsere Geschichte

Eine Zeitreise an der Realschule Hohenstein

Willkommen am Hohenstein! Heute ist unsere Schule ein moderner, bunter und heller Ort. Doch das Gebäude, durch dessen Flure wir jeden Tag gehen, hat eine lange und aufregende Geschichte. Es wurde mitten in einen steilen Felsen gebaut, hat schwere Zeiten überstanden und ist immer wieder gewachsen.

Kommt mit auf eine Reise durch die Zeit und entdeckt, wie aus alten Ruinen unsere moderne Schule wurde!

Die Jahre 1941 bis 1952: Die große Reise und das Leben aus dem Koffer

Die Geschichte der Schule beginnt in einer sehr schweren Zeit, mitten im Zweiten Weltkrieg. Damals gab es das heutige Gebäude am Hohenstein noch gar nicht für diesen Zweck.

1941 – Die Geburtsstunde: In diesem Jahr wird die Schule offiziell gegründet. Ihr erstes Zuhause liegt in Wuppertal-Barmen im Stadtteil Fischertal.

1943 – Die große Zerstörung: In einer einzigen schlimmen Bombennacht wird das gesamte Schulgebäude im Fischertal komplett zerstört. Plötzlich ist kein Dach mehr über dem Kopf da. Es beginnt eine lange Zeit voller Umzüge. Der Unterricht muss in Notquartieren und anderen Gebäuden stattfinden.

1945 – Kälte und Papierknappheit: Nach dem Ende des Krieges zieht die Schule in ein Gebäude an der Eichenstraße. Die Zeiten sind hart. Es gibt kaum Papier zum Schreiben. Im Winter fehlt überall Kohle zum Heizen. Weil es in den Klassenzimmern viel zu kalt ist, fällt der normale Unterricht oft aus. Man trifft sich morgens nur kurz, um Aufgaben abzuholen und geht schnell wieder nach Hause.

Januar 1947 – Die große Frost-Krise: Dieser Winter ist so kalt, dass Wuppertal in einen echten Kohlennotstand schlittert. Die Weihnachtsferien müssen wochenlang verlängert werden, weil kein einziges Zimmer beheizt werden kann. Mehrere Schulen im Stadtteil müssen zusammengelegt werden, damit man wenigstens ein paar Stunden Unterricht im Notbetrieb anbieten kann.

1947 bis 1951 – Unterricht im Schichtwechsel: Die Schule zieht weiter zur Kreuzstraße und später in das Gebäude an der Leimbacher Straße. Weil dort aber schon eine andere Schule wohnt, müssen sich zwei Schulsysteme die Räume teilen. Das bedeutet: Schichtbetrieb! Eine Schule lernt morgens, die andere Schule muss nachmittags kommen. Überall herrscht eine riesige Raumnot. Alle wünschen sich endlich ein eigenes, festes Zuhause für die Schule.

Januar 1951 – Der Rettungsplan der Stadt: Die Stadt Wuppertal beschließt ein riesiges Bauprogramm. Es wird offiziell festgelegt, dass ein altes, leerstehendes Volksschulgebäude direkt am Hohenstein umgebaut und repariert werden soll. Das ist der Startschuss für den heutigen Standort!

Die Jahre 1952 bis 1960: Ein Schulhaus, aus dem Fels gehauen

Jetzt zieht Leben am Hohenstein ein! Doch der steile Berghang macht das Bauen sehr kompliziert. Die Architekten müssen sich großartige Tricks einfallen lassen.

15. Dezember 1952 – Der große Umzugstag: An diesem Montag ist es endlich soweit! Die Koffer werden gepackt und die Schule zieht offiziell in das umgebene Gebäude am Hohenstein um. Das ist der heutige Altbau. Mit genau 655 Kindern startet das Leben am neuen Standort.

Januar 1953 – Die feierliche Eröffnung: Das reparierte Gebäude wird mit einem großen Musikfest eingeweiht. Alle freuen sich riesig über das neue Zuhause. Doch schon bei der Feier wird allen klar: Die Schule wächst so schnell, dass der Platz schon wieder knapp wird. Ein großer Erweiterungsbau muss her!

Juli 1952 – Der Plan für die „schwebende Schule“: Weil der Hohenstein ein steiler Felsen ist, gibt es kaum geraden Boden für einen Schulhof. Ein Architekt namens Wolf Rückle hat eine geniale Idee: Der neue Haupttrakt wird im Erdgeschoss einfach auf offene Beton-Säulen gestellt! Das Gebäude schwebt in der Luft. Dadurch entsteht unter dem Haus ein großer, überdachter Pausenhof. In den Zeitungen wird das Projekt begeistert als „Schule aus der Vogelperspektive“ gefeiert.

1. Juni 1954 – Richtfest am Berghang: Bei strahlendem Sonnenschein wird das Richtfest für diesen großen, U-förmigen Hauptbau gefeiert. Der Bau kostet 1,1 Millionen D-Mark und bringt 20 brandneue Klassenräume.

1955 bis 1956 – Endlich unter einem Dach: Im Jahr 1955 wird der neue Mittelbau fertig. Am 4. Februar 1956 wird schließlich auch der sogenannte „neue Anbau“ (der heutige Neubau) bezogen. Nach vielen Jahren der Zerrissenheit im Stadtteil sind nun endlich alle Klassen an einem einzigen Ort vereint!

November 1959 – Ein echtes Vorzeigeobjekt: Die Stadt Wuppertal ist so stolz auf die moderne Architektur am Hohenstein, dass sie das Gebäude bei einem stadtweiten „Tag der offenen Tür“ als Highlight präsentiert – direkt in einer Reihe mit dem neuen Opernhaus Barmen. Im Dezember folgt die Einweihung der schuleigenen, modernen Turnhalle und der Umbau des Altbaus, wo ein neuer Biologieraum und eine moderne Lehrküche entstehen.

Die Jahre 1960 bis 1970: Große Hilfsaktionen und eine neue Identität

In diesem Jahrzehnt bekommt das Gebäude seinen Namen und die Schulgemeinschaft zeigt ein riesiges Herz für Menschen in Not.

März 1960 – Hilfe für Indonesien: Die Schule beweist ein großes soziales Bewusstsein. Bei einer großen Hilfsaktion wird die stolze Summe von 900 D-Mark gesammelt. Das Geld wird gespendet, um hungernden Kindern auf weit entfernten Inseln in Indonesien das Überleben zu sichern.

Februar 1962 – Die Flut-Spende: Als eine schwere Sturmflut die deutsche Nordseeküste und Hamburg trifft, hilft die Schule sofort. In kürzester Zeit werden 1.204,85 D-Mark gesammelt, um den Opfern der Naturkatastrophe schnell zu helfen.

Ostern 1963 – Der Weg zum Abitur: Ein großer Erfolg für das Gebäude! Am Hohenstein wird eine sogenannte Aufbaustufe eingerichtet. Das bedeutet, dass man ab jetzt an dieser Schule direkt bis zum Abitur lernen kann.

November 1966 – Das 25-jährige Jubiläum: Das Gebäude feiert Geburtstag! Zum 25-jährigen Bestehen verwandelt sich das gesamte Treppenhaus in eine riesige Kunstgala. Über 250 selbstgemachte Tonobjekte, Holzarbeiten und Stickereien werden ausgestellt. Der Chor führt dazu eine große Kantate auf.

Schuljahr 1969/ 70 – Ein neuer Name und das erste Siegel: Die Schule bekommt offiziell ihren Namen, den sie bis heute trägt: „Städtische Realschule Hohenstein“. Passend dazu wird das allererste Logo erfunden. Was ist darauf zu sehen? Natürlich die markante Felsklippe des Hohensteins! Im Februar 1970 wird außerdem der Schulverein gegründet, der ab jetzt Geld für extra Ausstattung sammelt.

Die Jahre 1970 bis 1985: Zeitenwende im Klassenzimmer und eine Schulplatz-Krise

Diese Jahre bringen den größten Wandel in der Geschichte der Schule und machen das Gebäude zum Thema in ganz Deutschland.

Schuljahr 1970/ 71 – Die ersten Jungen ziehen ein: Bis zu diesem Jahr war der Hohenstein eine reine Mädchenschule. Doch ab dem Spätsommer 1970 ändert sich alles: Die Koedukation wird eingeführt. Das bedeutet, dass ab jetzt Jungen und Mädchen gemeinsam lernen. In den 5. Klassen ziehen die allerersten 17 Jungen ein! Weil es dadurch noch voller wird, baut die Stadt einen zusätzlichen Pavillon auf den Hof, den sogenannten „Leichtbau“.

Februar 1972 – Der lustige Schilder-Streit: Obwohl im Gebäude längst Jungen und Mädchen gemeinsam durch die Flure flitzen, kommt die Stadtverwaltung mit der Arbeit nicht hinterher. Ein amüsierter Zeitungsbericht deckt auf, dass am Schultor immer noch unübersehbar das alte, in Stein gemeißelte Schild „Mädchenrealschule“ hängt. Die Presse lacht über diesen bürokratischen Schildbürgerstreich.

März 1973 – Entwarnung bei der Laus-Krise: Eine Zeitung behauptet fälschlicherweise, dass am Hohenstein eine schlimme Kopflausplage ausgebrochen sei. Das sorgt für viel Aufregung im Stadtteil. Die Schulleitung und das Gesundheitsamt müssen extra eine offizielle Erklärung drucken, um allen zu sagen: Keine Panik, unsere Schule ist absolut läusefrei!

Februar 1974 – Der absolute Anmelde-Rekord: Die Realschule Hohenstein ist so beliebt wie keine andere Schule. Für das neue Schuljahr wollen sich 273 Kinder anmelden! Das Gebäude platzt aus allen Nähten. Weil es im Wuppertaler Osten viel zu wenige Realschulplätze gibt, entsteht ein riesiger politischer Streit. Die Schule kämpft an vorderster Front dafür, dass im Stadtteil eine neue Entlastungsschule gebaut wird. Zu dieser Zeit ist der Hohenstein die größte Realschule in ganz Wuppertal.

September 1975 – Der Computer zieht ein: Ein großer technischer Fortschritt! Der komplizierte Stundenplan für die vielen Klassen wird ab diesem Jahr zum allerersten Mal von einer elektronischen EDV-Anlage berechnet.

Februar 1978 – Das Gebäude im Rampenlicht von ganz Deutschland: Als es großen politischen Streit um ein neues Schulgesetz in Nordrhein-Westfalen gibt, will die Elternschaft der Schule darüber diskutieren. Die Regierung erteilt der Schulleitung jedoch in letzter Minute ein Redeverbot. Das sorgt für einen riesigen Skandal! Der Fall Hohenstein wird sogar im berühmten Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL abgedruckt.

September 1979 – Große Siege im Stadion: Beim großen Wuppertaler Stadtfest für Leichtathletik glänzt die Schule. Die Sportler vom Hohenstein räumen die Meistertitel im 100-Meter-Lauf, im Hochsprung und im Weitsprung ab.

April 1981 – Die Eis-Krise auf dem Schulhof: Im Winter gibt es einen heftigen Streit mit der Verwaltung. Der Schulhof ist spiegelglatt gefroren. Die Stadt weigert sich jedoch, Streumittel zu bezahlen, weil sie angeblich nur für die Straße vor dem Tor zuständig ist. Nachdem sich mehrere Kinder verletzen, packt die Schulgemeinschaft aus Eltern und Hausmeistern kurzerhand selbst an, um den Hof sicher zu machen.

Januar 1983 – Oper und Nistkästen: Bei einer großen Projektwoche kooperiert die Schule mit den Wuppertaler Bühnen. Sogar der Generalintendant des Theaters und echte Opernsänger besuchen die Klassenzimmer. Eine andere Projektgruppe baut 30 Nistkästen für den Vogelschutz und montiert diese in einer spektakulären Aktion direkt im Glockenturm der Barmer Pfarrkirche St. Antonius.

Das Jahr 2003 bis 2011: Moderne Umbauten und die erste Ganztagsrealschule

Mit dem neuen Jahrtausend wird das Gesicht des Hohensteins noch einmal komplett verändert, um fit für die Zukunft zu werden.

2003 bis 2004 – Der Stelzenbau entsteht: Der alte Pavillon aus den 70er-Jahren hat ausgedient und wird abgerissen. An seiner Stelle beginnt ein großes Bauprojekt: Der moderne Stelzenbau wird errichtet und im Jahr 2004 feierlich bezogen.

April 2008 – Die neuen Umweltpaten: Genau 25 Jahre nach den ersten Naturschutz-Aktionen übernehmen die Klassen der Schule offiziell eine feste Umweltpatenschaft für die Parkanlagen im Schönebecker Busch. Mit Greifzangen und Müllsäcken sorgen sie für Sauberkeit im Stadtteil. Im selben Jahr wird das Gebäude komplett für den modernen Brandschutz und eine neue Wärmedämmung renoviert.

Schuljahr 2010/ 11 – Ein historischer Meilenstein für Wuppertal: Der Hohenstein leistet echte Pionierarbeit! Die Schule wird als allererste Realschule in ganz Wuppertal eine gebundene Ganztagsrealschule. Damit verbunden ist eine riesige Veränderung: Die Unterrichtsstunden werden von 45 Minuten auf 60 Minuten verlängert und das moderne Lehrerraumprinzip wird eingeführt. Das bedeutet, dass die Klassenräume zu festen Fachräumen der Fächer werden.

Unsere Schulchronik zeigt eins deutlich: Die Realschule Hohenstein ist weit mehr als nur ein Gebäude aus Beton. Sie ist ein Zuhause auf dem Felsen, das durch uns alle lebendig wird.

Seit der Gründung im Jahr 1941 haben Kinder, Eltern und Lehrer hier gemeinsam Krisen gemeistert und Erfolge gefeiert. Das funktioniert nur, weil wir ein wichtiges Versprechen teilen: „Verantwortung leben – miteinander füreinander“.

Wir freuen uns über die Vielfalt an unserer Schule, unterstützen uns gegenseitig und lernen fürs Leben. Lasst uns diese großartige Geschichte weiterschreiben – mit viel Vorfreude, Mut und echtem Teamgeist!